Combined Immunodeficiency (kombinierter Immundefekt; CID)

Folgende Gene sind in unserem Panel zu CID enthalten:

BCL10, BLM, CARD11, CD3G, CD70, CD8A, CDCA7, CIITA, DNMT3B, DOCK2, DOCK8, EXTL3, HELLS, IL21, IL21R, LCK, LIG1, MAGT1, MALT1, MAP3K14, MSN, NBN, NSMCE3, PNP, POLE, RELB, RFX5, RFXANK, RFXAP, RHOH, RMRP, RNF168, SKIC2, SKIC3, SMARCAL1, SPINK5, TAP1, TAP2, TAPBP, TCN2, TNFRSF4, TRAC, TTC7A, ZAP70, ZBTB24

Wichtige Links:

  • Technote
  • Einsendeschein
  • Beispielbefund

Einzel vs. Trioanalysen

Unser Labor bietet neben der Einzelanalyse des Indexpatienten auch die Trioanalyse unter Einbeziehung beider Elternteile an.

Bei einer klar eingegrenzten klinischen Fragestellung und dem Verdacht auf ein bestimmtes Krankheitsbild kann die Einzelanalyse eine effiziente Untersuchungsmöglichkeit darstellen. Dies gilt auch für Fragestellungen zur Anlageträgerschaft.

Für die Interpretation bestimmter Varianten ist die Untersuchung der Eltern jedoch erforderlich. Im Rahmen einer Einzelanalyse lässt sich nicht feststellen, ob eine beim Indexpatienten nachgewiesene Variante von einem Elternteil vererbt wurde oder de novo entstanden ist. Diese Information kann für die Klassifikation der Variante relevant sein.

Werden in demselben Gen zwei heterozygote Varianten nachgewiesen, lässt sich ohne Untersuchung der Eltern außerdem meist nicht sicher beurteilen, ob sich die Varianten auf unterschiedlichen Allelen befinden. Damit kann eine mögliche compound-heterozygote Konstellation nicht eindeutig bewertet werden. In diesen Fällen ist eine Trioanalyse sinnvoll. Die Untersuchung beider Eltern kann zeigen, von welchem Elternteil die Varianten stammen und ob sie auf unterschiedlichen Allelen liegen.

Allgemeines

Bei einem kombinierten Immundefekt (CID) sind sowohl T- als auch B-Zellen betroffen. Im Gegensatz zum schweren kombinierten Immundefekt (SCID) kommt es nicht zu einem kompletten Funktionsausfall der T-Zellen, wodurch Restfunktionen noch aktiv sind. Das Krankheitsbild zeigt sich oftmals in den ersten zwei Lebensjahre durch wiederkehrende Erkrankungen. Bei einem milden Verlauf von CID können sich Anzeichen auch erst im späteren Kindesalter oder auch erst im Erwachsenenalter zeigen.

Die Symptomatik bei Betroffenen ist sehr variabel. Aufgrund der eingeschränkten Immunsystems erkranken Betroffene wiederkehrend an Keime, die bei einem gesunden Immunsystem keine Gefahr darstellen würden. Nicht nur die Infekthäufigkeit, sondern auch die Dauer ist bei CID Betroffenen stark erhöht. Aber auch Autoimmunreaktionen, Entzündungen, allergische Reaktionen können Folgen eines dysregulierten Immunsystems sein. 

Genetische Ursachen

Veränderungen in den Genen PRF1, UNC13D und STXBP2 beispielsweise führen zu einer übermäßigen Aktivierung von Makrophagen wodurch fälschlicherweise körpereigene Zellen phagozytiert werden. Diese lebensbedrohliche Hyperinflammation ist auch als hämophagozytische Lymphohistiozytose (HLH) bekannt.

Eine andere Funktionsstörung der Phagozyten resultiert durch Veränderungen im ITGB2-Gen. Kommt es durch eine genetische Veränderung in diesem Gen zur Beeinträchtigung des daraus gebildeten Proteins CD18, können Phagozyten nicht an die Gefäßwand andocken und in die Infektionsherde einwandern.

Informationen zur Abdeckung

Wir streben an, bei 95 % der untersuchten Regionen eine Coverage von mindestens 20x zu erreichen. Aufgrund der unterschiedlichen und teilweise komplexen Beschaffenheit einzelner Regionen kann die Coverage in bestimmten Bereichen erfahrungsgemäß geringer ausfallen. Weitere Informationen zur Abdeckung und zu möglichen Einschränkungen finden Sie in den Tech Notes.