Neutrophile Erkrankungen
Folgende Gene sind in unserem Panel zu neutrophilen Erkrankungen enthalten:
AP3B1, CTSC, CXCR4, ELANE, G6PC3, GFI1, HAX1, KRAS, LYST, MEFV, NLRP3, PGM3, RAB27A, SBDS, STXBP2, TNFRSF1A, UNC13D, WAS
Wichtige Links:
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Einzel vs. Trioanalysen
Unser Labor bietet neben der Einzelanalyse des Indexpatienten auch die Trioanalyse unter Einbeziehung beider Elternteile an.
Bei einer klar eingegrenzten klinischen Fragestellung und dem Verdacht auf ein bestimmtes Krankheitsbild kann die Einzelanalyse eine effiziente Untersuchungsmöglichkeit darstellen. Dies gilt auch für Fragestellungen zur Anlageträgerschaft.
Für die Interpretation bestimmter Varianten ist die Untersuchung der Eltern jedoch erforderlich. Im Rahmen einer Einzelanalyse lässt sich nicht feststellen, ob eine beim Indexpatienten nachgewiesene Variante von einem Elternteil vererbt wurde oder de novo entstanden ist. Diese Information kann für die Klassifikation der Variante relevant sein.
Werden in demselben Gen zwei heterozygote Varianten nachgewiesen, lässt sich ohne Untersuchung der Eltern außerdem meist nicht sicher beurteilen, ob sich die Varianten auf unterschiedlichen Allelen befinden. Damit kann eine mögliche compound-heterozygote Konstellation nicht eindeutig bewertet werden. In diesen Fällen ist eine Trioanalyse sinnvoll. Die Untersuchung beider Eltern kann zeigen, von welchem Elternteil die Varianten stammen und ob sie auf unterschiedlichen Allelen liegen.
Allgemeines
Neutrophile Granulozyten stellen die größte Untergruppe der Leukozyten dar, die im Allgemeinen auch als weiße Blutkörperchen bekannt sind. Als erste Abwehrinstanz erkennen und zerstören sie Erreger, Pilze und Schadstoffe entweder durch die Freisetzung verschiedener Stoffe (z. B. Wasserstoffperoxid, Stickstoffmonoxid oder freie Radikale) oder durch Phagozytose. Letzteres bedeutet, dass der Fremdstoff in das Zellinnere der Neutrophilen Granulozyten aufgenommen wird und dann „verdaut“ und somit zerstört werden. Aufgrund dieser Aufgabe, kommt es bei einer bakteriellen Infektion, Entzündung oder körperlichen Stress zu einem Anstieg der Neutrophilen Granulozyten, einen Zustand, den man auch als Neutrophilie bezeichnet. Betroffene können Fieber oder eine allgemeine Müdigkeit entwickeln. Bei einer Verminderung der neutrophilen Granulozyten spricht man von der Neutropenie. Durch eine Schwächung der Abwehrreaktion leiden Betroffene häufig an Infektionen.
Sowohl eine Neurophilie, als auch Neutropenie bleiben lange unbemerkt, da Patientinnen und Patienten keine charakteristischen Symptome zeigen und eine Diagnose erst nach einem großen Blutbild oder einer Knochenmarksuntersuchung erfolgt.
Genetische Ursachen
Zur häufigsten genetisch bedingten Ursache für schwere kongenitale oder zyklische Neutropenie zählen Varianten im ELANE-Gen. Dieses Gen kodiert für die neutrophile Elastase, ein essenzielles Enzym für die Immunabwehr durch Neutrophile Granulozyten.
Seltener sind auch andere Gene ursächlich für die Ausprägung einer Neutropenie. Dazu gehören z. B. HAX1, G6PC3, GFI1, WAS oder SBDS.
Informationen zur Abdeckung
Wir streben an, bei 95 % der untersuchten Regionen eine Coverage von mindestens 20x zu erreichen. Aufgrund der unterschiedlichen und teilweise komplexen Beschaffenheit einzelner Regionen kann die Coverage in bestimmten Bereichen erfahrungsgemäß geringer ausfallen. Weitere Informationen zur Abdeckung und zu möglichen Einschränkungen finden Sie in den Tech Notes.