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Welche Blutgruppe mögen Mücken?

Geschrieben am: 26.06.2026

Jeder kennt es: der Sommer beginnt und die Stechmücken nehmen uns und unser Blut wieder verstärkt ins Visier. Doch warum ist das so? Welche Rolle spielt dabei eigentlich unser Blut? Gibt es vielleicht sogar Blutgruppen, die Mücken besonders mögen? Und darfst du nach einem Mückenstich überhaupt Blut spenden? All diese Fragen beantworten wir dir in unserem Artikel. 

Was zieht Mücken an?

Um gleich zu Beginn mit einem Mythos aufzuräumen: es existiert kein „süßes Blut“! Der Zuckergehalt des Blutes entscheidet nicht darüber, ob Mücken deine Blutgruppe bevorzugen oder nicht. Mücken werden allgemein von Kohlenstoffdioxid (CO2) in der Atemluft, Schweiß, bestimmten Gerüchen und durch chemische Signale der jeweiligen Blutgruppen-Antigene angelockt. Jeder Mensch produziert abhängig von seinem Stoffwechsel und den genetischen Veranlagungen unterschiedliche Mengen davon.

Kohlenstoffdioxid gilt als wichtigstes Lockmittel für Mücken. Personen, die viel CO2 über die Atemluft ausstoßen, sind anfälliger für einen Mückenstich. Mücken lieben CO2 und können es aus bis zu 50 Meter Entfernung wahrnehmen. Das heißt, je mehr Kohlenstoffdioxid sich in deinem Atem befindet, desto attraktiver wirst du für Stechmücken. Da Schwangere aufgrund ihrer körperlichen Verfassung mehr CO2 ausstoßen, gelten sie deshalb als besonders attraktive Blutwirte für Mücken. Außerdem haben sie eine höhere Körpertemperatur, was sie zusätzlich zu einem Mückenmagnet macht. 

Denn Mücken werden von Schweiß – genauer gesagt von einem individuellen „Hautbakterien-Cocktail“ aus Milchsäure, Harnsäure, Ammoniak, Blutgruppen-Antigenen und anderen Stoffwechselprodukten, die über Schweiß ausgesondert werden – angelockt. Verstärktes Schwitzen (z. B. auch durch Sport oder Übergewicht) vergrößert nun die Wahrscheinlichkeit eines Mückenstichs, denn Körpergeruch, der entsteht, wenn Bakterien den Schweiß auf der Haut abbauen, zieht Mücken an. Dabei ist aber gar nicht ein starker Schweißgeruch gemeint. Der Geruchssinn von Mücken funktioniert anders als die menschliche Nase. Mücken haben eine Vorliebe für gewisse, schweißbezogene Duftcocktails. Sie orientieren sich an chemischen Signalen. Beispielsweise wird die Malaria-Mücke Anopheles gambiae von bestimmten Carbonsäuren im Körpergeruch angezogen. Allein in Deutschland gibt es über 50 Stechmückenarten, die alle unterschiedliche Duftpräferenzen haben. 

Übrigens kann auch das Trinken von Alkohol die Wahrscheinlichkeit erhöhen, Opfer eines Mückenstichs zu werden. Denn der Konsum von Alkohol fördert die Durchblutung, die Venen erweitern sich und es kommt zu verstärktem Schwitzen. All das in Kombination lockt Mücken an. Eine Studie der American Mosquito Control Association kam etwa zu dem Ergebnis, dass Menschen, die Bier tranken, häufiger von Mücken gestochen wurden als die nüchterne Kontrollgruppe.

Welche Blutgruppe mögen Mücken?

Blutspender während der Blutentnahme

Neben Kohlenstoffdioxid dienen also Duftstoffe und chemische Signale als Orientierung für Mücken. Interessant ist, dass viele Menschen ihre Blutgruppen-Antigene über Hautpartikel „ausscheiden“. Deshalb gehen Studien auch der Frage nach, welche Blutgruppe Mücken bevorzugen. 

Zunächst einmal ist jedoch festzustellen, dass Mücken – im Gegensatz zu einem weiteren Mythos – keine kleinen Vampire sind, die sich vom Blut der Menschen ernähren. Vielmehr decken Mücken ihren Energiebedarf über Pflanzennektar. Allerdings sind weibliche Mücken auf Blut beziehungsweise die darin enthaltenen Eiweiße angewiesen, um Eier bilden und sich vermehren zu können. Da im Sommer für viele Mückenarten die Paarungszeit beginnt, stechen weibliche Mücken einfach häufiger.

Blutgruppe A

Trotzdem scheint für Mücken nicht jedes Blut gleich beliebt zu sein. Forschende des Institut of Pest Control Technology in Japan haben in einer Studie festgestellt, dass Personen mit Blutgruppe 0 doppelt so häufig von der asiatischen Tigermücke gestochen wurden als Personen mit Blutgruppe A. Die Blutgruppen B und AB liegen in der Beliebtheitsskala bei den Mücken dazwischen. Weshalb ist das so? Eine genaue Beweisführung steht noch aus, allerdings vermuten Experten, dass die Mücken von bestimmten chemischen Signalen auf der Haut angelockt werden, die der Körper abhängig von der Blutgruppe aussendet. 

Grundsätzlich stellt sich natürlich die Frage, weshalb Mücken überhaupt Menschen „piesacken“? In der Theorie könnten sie ja auch andere Lebewesen stechen, um an Blut zu gelangen. Dieses Thema beschäftigte ein Forscherteam aus Brasilien. Mithilfe von Lichtfallen konnten sie im brasilianischen Regenwald, der für seine Artenvielfalt bekannt ist, über 1.700 Stechmücken fangen. Im nächsten Schritt untersuchten die Forschenden das zuletzt gesaugte Blut der Weibchen auf das jeweilige Erbgut. Zwar funktionierte diese sehr aufwändige Methode lediglich bei 24 Mücken, aber trotz einiger Limitationen der Studie zeigen die Ergebnisse zumindest eine Tendenz: 18 Mücken hatten einen Menschen gestochen – nur 6 ein anderes Tier. Mücken scheinen Menschen also sehr zu mögen.

Blutgruppe 0 mögen Mücken ganz besonders

Studien weisen darauf hin, dass Mücken besonders Blut der Blutgruppe 0 mögen. In der Mücken-Beliebtheitsskala folgen Blutgruppe B, Blutgruppe AB und Blutgruppe A. Ursächlich dafür sind wohl bestimmte chemische Signale, die der Körper über die Haut abhängig der jeweiligen Blutgruppe aussendet und die Mücken als unterschiedlich anziehend wahrnehmen.

Darfst du nach einem Mückenstich Blut spenden?

Frau kratzt sich an Mückenstichen, die geschwollen und gerötet sind

Grundsätzlich darfst du nach einem normalen Mückenstich in der Regel Blut spenden, sonst hätten wir beim DRK-Blutspendedienst natürlich ein riesiges Problem, die Patientenversorgung mit Blutprodukten in den Sommermonaten sicherzustellen. Allerdings ist nicht jeder Stich gleich und es empfiehlt sich, in der Praxis genauer hinzuschauen.

Wirst du hierzulande von einer Mücke gestochen, darfst du Blut spenden, wenn der Stich reizlos und kaum gerötet ist. Kommt es in Folge des Mückenstichs jedoch zu Schwellungen, starken Rötungen, Entzündungen oder allergischen Reaktionen, ist eine Blutspende mindestens bis zum Abheilen nicht möglich. Musstest du vielleicht sogar mit Medikamenten behandelt werden, können längere Sperrfristen entstehen. Nähere Informationen dazu findest du auch in unserem Artikel „Darf ich Blut spenden, wenn ich Medikamente nehme?“.  

Mücken stechen übrigens besonders gern dort, wo die Haut gut durchblutet ist – zum Beispiel an der Armbeuge, also an der Stelle, an welcher die Punktion vorgenommen wird. Sollte zur Blutspende ein reizloser Mückenstich in der Armbeuge vorliegen, können wir ganz einfach auf die andere Seite ausweichen.

„Alltagsstiche“ sind in der Regel also nicht problematisch und führen nur in seltenen Fällen zu einer Rückstellung von der Blutspende. Anders sieht es jedoch bei „Reisestichen“ oder dem prinzipiellen Aufenthalt in manchen Urlaubsregionen aus. Denn einige Länder in Mittel- und Zentralafrika (z. B. Äthiopien, Elfenbeinküste, Gabun, Ghana), Südamerika (z. B. Kolumbien, Bolivien, Brasilien) und Südostasien (z. B. Indien, Vietnam, Malaysia, Thailand) zählen beispielsweise zu den Hochrisikogebieten bei der Übertragung von Malaria, die durch Stechmücken übertragen wird. In diesen Fällen sind die Richtlinien streng: du darfst erst 6 Monate nach einem Kurzaufenthalt (z. B. deinem Urlaub) in einem Malaria-Risikogebiet wieder Blut spenden – vorausgesetzt der Aufenthalt war nicht länger als 6 Monate, du bist gesund und es wurde nach dem Aufenthalt keine Malaria-Infektion festgestellt. Du siehst: Blutspende und Malaria ist ein Sonderfall.

Malaria ist aber nur eine von vielen Krankheiten, die von Stechmücken übertragen wird. Das West-Nil-Virus zählt ebenfalls dazu und kann unter Umständen zu einer Rückstellung von der Blutspende führen. Im Gegensatz zu Malaria gelten beim West-Nil-Virus neben dem internationalen Ausland auch einige europäische Länder (z. B. Teile Italiens und Österreich; Ungarn, Bulgarien) und sogar Teile Deutschlands als Hochrisikogebiete. Deshalb untersuchen unsere DRK-Blutspendedienste von Mai bis November jede Blutspende mithilfe eines Genom-Tests auf das West-Nil-Virus, sodass eine Blutspende sofort nach der Rückkehr möglich ist!

Darüber hinaus können Mücken auch das Zika-, Chikungunya- oder Dengue-Virus übertragen. Solltest du dich in einem entsprechenden Risikogebiet aufgehalten haben, ist eine Blutspende erst nach vier Wochen wieder möglich. Bist du sogar an einer von den genannten Virenformen erkannt, darfst du erst sechs Monate nach Ausheilung wieder Blut spenden. Eine Blutspende nach dem Urlaub bedarf also immer einer genaueren Prüfung. Auskünfte, ob du Blut spenden darfst oder nicht, erhältst du unter unserer kostenlosen Hotline 0800 11 949 11. Am besten, du leistest noch vor deinem Urlaub eine gute Tat und besuchst einen Blutspendetermin in deiner Region.

Wie schützt du dich vor Mückenstichen?

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Um sich selbst vor lästigen Mückenstichen zu schützen, gibt es einige praktische Tipps und Tricks. Es empfiehlt sich beispielsweise lange, helle Kleidung zu tragen, da Mücken eher auf dunklen Flächen landen. Denn Mücken orten zwar chemische Signale aus der Ferne, aber im Nahbereich verlassen sie sich auf ihre Augen.

Der wohl wirksamste Mückenschutz sind sogenannte Repellentien, die zum Beispiel in Mückensprays vorkommen. Dort enthaltene, synthetische Wirkstoffe wie DEET oder Icaridin blockieren die Geruchsrezeptoren von Mücken sehr effektiv. Darüber hinaus existieren einige Hausmittel, die zumindest kurzfristig Mücken fernhalten können. Dazu zählen Knoblauch-, Zimt- und Nelkenöl sowie Zitronengras. Allerdings verfliegen diese natürlichen Aromen relativ schnell und bieten keinen echten Langzeitschutz. Zu Hause ist die sicherste Variante zur Mückenabwehr immer noch das Fliegengitter. Außerdem solltest du regelmäßig deine Bettwäsche wechseln, da dort Schweißrückstande sein können. 

Wenn du diese Tipps beherzigst, kannst du zumindest das Risiko reduzieren, von Mücken gestochen zu werden – egal, welche Blutgruppe du hast.

Mücken werden von Kohlenstoffdioxid (CO2) in der Atemluft, bestimmten Gerüchen, chemischen Signalen und Schweiß - genauer gesagt von einem individuellen „Hautbakterien-Cocktail“ aus Milchsäure, Harnsäure, Ammoniak, Blutgruppen-Antigenen und anderen Stoffwechselprodukte, die über Schweiß ausgesondert werden - angezogen. Blut beziehungsweise dessen Antigene sind also kein eigenständiges Lockmittel, sondern nur ein Bestandteil eines komplexeren Orientierungskonstrukts für Mücken.

Mücken bevorzugen die Blutgruppe 0. Eine Studie des Institut of Pest Control Technology in Japan kam zu dem Ergebnis, dass Personen mit der Blutgruppe 0 doppelt so häufig von der asiatischen Tigermücke gestochen wurden als Personen mit Blutgruppe A. Die Blutgruppen B und AB lagen in der Beliebtheitsskala bei den Mücken dazwischen.   

Nach einem gängigen "Alltagsstich" ohne Reizung, Rötung, Schwellung und allergischer Reaktion ist eine Blutspende problemlos möglich. Sollte es jedoch zu solchen körperlichen Reaktionen kommen, darf bis zum Abheilen kein Blut gespendet werden.

Da Stechmücken auch Malaria, das Zika-, Chikungunya- oder Dengue-Virus übertragen können, gelten nach einem Aufenthalt in einem entsprechenden Hochrisikogebiet bestimmte Rückstellfristen. Eine Erkrankung führt teilweise zu einem Spendeausschluss.

Mücken können ebenfalls das West-Nil-Virus übertragen. Da potentielle Hochrisikogebiete weit verbreitet sind, untersuchen unsere DRK-Blutspendedienste sicherheitshalber von Mai bis November jede Blutspende mithilfe eines Genom-Tests auf das West-Nil-Virus, sodass eine Blutspende sofort nach der Rückkehr möglich ist!

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Fotos:
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Kevin Krenkel
Kevin

Er liebt den Fußball, ist leidenschaftlicher Anhänger des BVB und geht sehr gern auf Metal-Konzerte.

Referent für Öffentlichkeitsarbeit DRK Blutspendedienst Nord-Ost

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